
Die Inszenierung der „Weisflog Bitter“ Holzkiste als Bühne

Villa Musegg, Luzern «full house» / Installation 2026
Die bühnenhaft angelegte Installation thematisiert gesellschaftliche Diskurse um Identität und Weiblichkeit. Als Display dient eine ehemalige Transportkiste für Likörflaschen. Durch die Umnutzung des Alltagsgegenstands in einen miniaturisierten Ausstellungsraum erfährt das Objekt eine konzeptionelle Verschiebung, die Fragen nach Transformation und historischer Retrospektive aufwirft.
Im Zentrum der Arbeit steht eine Barbie-Figur, deren Erscheinungsbild massgeblich durch eine unstrukturierte Perücke geprägt wird. Anstelle von Kleidung oder Pose rückt das Haar als austauschbares, volatiles Element in den Fokus und bricht mit der gängigen Ästhetik der Spielzeugikone. Die Inszenierung verhandelt die Ambivalenz der Figur zwischen kindlicher Konnotation, Exponiertheit und individueller Projektionsfläche.
Im Hintergrund hängen Frauenporträts des Rokokomalers Jens Juel, die historische, tradierte Weiblichkeitsideale repräsentieren. Die Gegenüberstellung dieser Epochen schärft den Blick für die künstliche Konstruktion von Identitätsbildern im Wandel der Zeit. Die Materialkomposition aus historischem Holz, grauem Filz, Glas und Schmucksteinen erzeugt ein intimes, theatrales Setting, das historische und zeitgenössische Bezüge formal miteinander verknüpft.














