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29. Mai – 28. Juni 2026

Céline Salamin und Meinrad Feuchter // im Ausstellungsraum des Oltner Kunstvereins, Hübelistrasse 30, Olten

Die Ausstellung im Oltner Kunstverein bringt zwei künstlerische Positionen zusammen, die sich dem Motiv der Natur aus unterschiedlichen Richtungen annähern und gerade in ihrem Kontrast in einen spannungsvollen Dialog treten. Während Céline Salamin die Natur als unmittelbare Inspirationsquelle begreift und florale Motive im Horizont des zeitgenössischen Stilllebens neu befragt, öffnen ihre Arbeiten einen Reflexionsraum über Vergänglichkeit und Vanitas. Die Blume erscheint dabei nicht als dekoratives Element, sondern als fragile Trägerin von Zeitlichkeit und existenzieller Bedeutung. Demgegenüber verfolgen die abstrakten Arbeiten von Meinrad Feuchter einen distanzierteren Ansatz. Natur manifestiert sich hier nicht im Bildmotiv, sondern in Prozessen, Strukturen und Aggregatzuständen.

Céline Salamin lebt und arbeitet in Sierre VS. Ihre Malerei ist geprägt von einer analytischen Bildauffassung und einer präzisen, minutiösen Technik. In bewusster Auseinandersetzung mit der kunsthistorischen Tradition ordnet sie ihr Werk der Kategorie des Stilllebens zu, das sie jedoch zeitgenössisch neu interpretiert. Als Malgrund verwendet sie häufig Zeitungsseiten mit Börsenkursen oder Seiten aus Buchhaltungsbüchern. Die darin angelegten grafischen Strukturen und Ordnungssysteme bricht sie auf und lädt sie mit neuen Bedeutungen auf.

Die Arbeiten von Meinrad Feuchter entstanden in den 1990er-Jahren in einem meditativen, schichtweisen Prozess, der dichte, monochrome Bildräume hervorbrachte – die Oberfläche als Speicher von Zeit und Handlung. Nach rund drei Jahrzehnten griff er diese Arbeiten erneut auf: Durch Zerschneiden und Neuassemblieren löste er die ursprüngliche Komposition auf und überführte sie in eine neue Ordnung. Die neu entstandenen Bildgefüge oszillieren zwischen Konstruktion und Offenheit. Sie evozieren landschaftliche Strukturen ebenso wie räumliche Konstellationen und thematisieren dabei Fragen von Fragment, Erinnerung und Re-Kontextualisierung.